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Musik
übt enorme Kraft auf die Psyche aus. Über das Ohr erreicht sie ohne
Umwege das "Gefühlszentrum" im Gehirn. Musik weckt Tagträume, innere
Bilder und wirkt Trance-induzierend. Das Ohr nimmt schon im Uterus
Geräusche innerhalb und außerhalb des Mutterleibes wahr. Die mütterliche
Stimme ist nach der Geburt maßgeblich beteiligt am Aufbau der entscheidenden
frühen Mutter-Kind-Beziehung (z.B. mit Hilfe der "Wiegenlieder").
Mit Klang, Stimme und Musik können sehr frühe, ins Unbewusste verschobene
Erfahrungen angesprochen werden.
Regression und Progression
Doch Musik fördert nicht nur die Regression (also den vorübergehenden
"Rückschritt" in frühere, kindliche Entwicklungsphasen), sondern trägt
auch eine voran schreitende Kraft in sich (Progression). Neue Lösungen
können angedacht, Perspektiven gewechselt, alternatives Verhalten
symbolhaft erprobt werden. Musik macht kreativ - eine unverzichtbare
Eigenschaft, wenn es darum geht, Auswege aus schwierigen Lebenssituationen
zu finden.
Was wird in der Musiktherapie gemacht?
In der aktiven Musiktherapie spielen Klient und Therapeut auf
leicht zu bedienenden, oft exotischen Musikinstrumenten. Hierfür sind
keine musikalischen Vorkenntnisse erforderlich, denn nicht Leistung
oder ästhetische Ansprüche sind wichtig, sondern das innere Erleben,
die Gefühle und Erfahrungen, die sich beim Musikmachen einstellen.
Wie ein Kind die Welt um sich herum erkundet und beständig mit Neuem
und Unbekanntem, Ängstigendem und Einladendem konfrontiert wird, so
findet auch der Erwachsene seinen eigenen Weg durch die musikalischen
Möglichkeiten.
Die Improvisation öffnet den Weg ins Unbewusste und gibt den Spielenden
die Möglichkeit, ohne Sprache miteinander in Beziehung zu treten.
Es kommt zu einem intensiveren und tieferen Kontakt mit dem eigenen
Innenleben. Auch ungeahnte neue Gestaltungsmöglichkeiten, verborgene
oder vergessene Potenziale können so entdeckt, Selbstheilungskräfte
aktiviert werden.
Neben aktiver Musiktherapie kann der Klient auch beim Hören von Musik
entspannen, sich selbst bewusst wahrnehmen und innere Bilder entwickeln,
also „tag-träumen“...
Schließlich ist das Gespräch wichtiger Bestandteil der Therapie, denn
nur Erfahrungen, die später bewusst reflektiert werden können, führen
zu Veränderungen.
weiter...
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